Fragen zum Artikel?

Jetzt Eva Rinke, Head of Marketing kontaktieren

Google Job-Suche

Google hat den Anspruch, für alle informationsgerichteten Aktivitäten im Web einen eigenen Service anzubieten. Die Google Job-Suche ist damit nur der nächste logische Schritt.

In einem Tweet vom 15. März verkündete Google Deutschland, dass „derzeit die neue Jobsuche, [die] das Finden von Arbeitsplätzen leichter“ machen sollte, getestet werde. Angeblich dauert es nicht mehr allzu lange, bis diese Funktion standardmäßig für alle verfügbar gemacht wird. Neben Deutschland werden auch in Frankreich und den Niederlanden Tests veranstaltet. Während er in den USA schon gang und gäbe ist, mussten deutsche bzw. europäische Internetnutzer weitestgehend darauf verzichten. 

Jedes Mal, wenn Google eine neue Funktion verkündet, lohnt es sich, einen genaueren Blick zu riskieren. Und auch hier stellen sich einige Fragen. 

Warum führt Google diese Funktion ein?

Digitales Recruiting wird immer wichtiger!

Google möchte alle Aktionen im Web, die auch nur entfernt mit Informationssuche zu tun haben, für sich beanspruchen. Wer also seinen Browser mit irgendeiner Suchintention öffnet, soll laut Google die wichtigsten Informationen bereits auf den ersten Blick auf der Suchergebnisseite finden. Idealerweise muss der nächste Schritt auf die Website eines Anbieters nicht mehr wirklich erfolgen. 

Einfache Suchanfragen sollen über Google schon befriedigt beantwortet werden, komplexere Themen werden auf der Website des jeweiligen Spezialisten geklärt. 

Deshalb ist die Pflege der Metadaten so extrem wichtig – der Qualitätsanspruch von Google ist mittlerweile immens hoch.

Das ist zum Beispiel bei Abfragen nach dem Wetter, nach touristischen Highlights und regionalen Veranstaltungen jetzt schon der Fall. Suchen Sie doch einmal kurz nach dem Ort, in dem Sie sich gerade befinden und betrachten Sie die Suchergebnisse detailliert. Mit der Google Job-Suche kommt nun ein neuer Baustein im geplanten allumfassenden Serviceangebot dazu. Künftig werden bei Suchabfragen wie „Jobs in XY“, oder „Jobs in meiner Nähe“ entsprechende Snippets, analog zu AMPs ausgespielt – und zwar über allen organischen Suchergebnissen. Zudem wird die Rubrik zumindest in der amerikanischen Ansicht sogar noch in einer blauen Box dargestellt, um maximale Aufmerksamkeit zu garantieren. Man darf gespannt sein, wie diese Ansicht in der deutschen Suche aussieht.

Wie funktioniert dieses System?

Die Google Job-Suche ist im ersten Schritt nichts weiter als die Vermischung und Kombination verschiedenster Angaben. Hierfür werden die Daten von Job-Anbietern ebenso ausgewertet wie Bewertungsportale und – hier wird es wichtig – der eigenen Website. Dabei werden alle wichtigen Informationen anhand der Suchabfrage so durch Googles Algorithmen kombiniert, dass eine möglichst wirkungsvolle Darstellung der Stellenanzeige herauskommt. Auch hier gilt wieder der eigene Qualitätsansatz – es macht nur Sinn, wenn die jeweiligen Anzeigen auch tatsächlich geklickt werden.

Der Algorithmus sorgt auch dafür, dass nicht nur exakt passende Stellen zu einem bestimmten Suchbegriff ausgespielt werden, sondern auch logisch verwandte Stellenanzeigen. So werden bei Suchen nach dem „Webentwickler in XY“ auch ähnliche Begriffe wie „Web-Developer in XY“ oder „Senior Webentwickler in XY“ ausgespielt. Mit Sicherheit beachtet der Algorithmus auch aktuelle HR-Trends, so dass Phantasiebegriffe wie „IT-Guru“ und ähnliches ebenfalls angezeigt werden.

Dies ist der entscheidende Punkt: Um seinen Status beizubehalten, wird Google Anzeigen, die auf der Unternehmensseite stehen, qualitativ gleichwertigen Anzeigen von Job-Portalen vorziehen! Google ist nur dann sinnvoll, wenn Unternehmen alles dafür tun, im Suchranking oben zu stehen. Job-Portale sind hierfür hinderlich. Deshalb ist die Google Job-Suche ein hervorragendes Tool für die Suchmaschinenoptimierung.

Wie sieht die perfekte Stellenanzeige aus?

Je mehr detaillierte und leicht verständliche Angaben Unternehmen in ihren Stellenanzeigen machen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, bei entsprechenden Suchanfragen ausgespielt zu werden. Analog zum regulären SEO gilt es hier auch, einige Richtlinien zu beachten. 

Optimierte Meta-Daten sowie eindeutige Titel und Beschreibungen sind ebenso Voraussetzung wie klarer und verständlicher Content in der Anzeige. Je mehr Informationen die Stellenbeschreibung enthalten, desto besser ist die Sichtbarkeit. Dies beinhaltet höchstwahrscheinlich auch die Gehaltsangabe. Wird diese Angabe nicht gemacht, so zieht sich Google die Informationen eventuell aus anderen Quellen wie gehalt.de

Zusätzlich zu den regulären Optimierungen auf der Seite ist es notwendig, die wichtigsten Informationen per "Strukturierter Daten" zusätzlich an Google zu übermitteln.

Was passiert mit den regulären Jobbörsen?

Grundsätzlich ist Google auf reguläre Jobbörsen weiterhin angewiesen. Erfahrungsgemäß ist nicht jedes Unternehmen bereit, viel Zeit in die Optimierung der eigenen Stellenangebote zu stecken und akquiriert neue Mitarbeiter lieber über Job-Portale. Die meisten dieser Portale sind deshalb bereits eine Kooperation mit Google eingegangen, so dass Google die Infos zur Darstellung in der Suche nutzen darf. 

Generell ist dieser Vorstoß nicht wirklich ideal für die Portale, in der Realität wird aber vor allem die Regionalität eine große Auswirkung haben. Während in Städten traditionelle Jobbörsen wohl an Bedeutung verlieren werden, bleiben regionale Jobbörsen auch zukünftig relevant. 

Die Digitalisierung in den Städten ist gemeinhin höher als auf dem Land. Die Zielgruppe ist jünger und mobiler, damit auch empfänglicher für einen einfacheren Bewerbungsprozess. Zudem ist die lokale Suche bei dieser Zielgruppe höchstwahrscheinlich stärker etabliert. Somit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Bewerber in größeren Städten die Jobsuche sowieso über Google abwickeln und dadurch auch die neue Variante verstärkt zur Bewerbung nutzen.

Legt man die allgemeine Nutzerstruktur außerhalb größerer Städte zugrunde und kombiniert dies mit eigenen Erfahrungen, könnte man zu der Vermutung kommen, dass regionale Jobbörsen vor allem in ländlichen Gebieten weiterhin eine wichtige Rolle spielen werden. Ein Großteil der Bewerbungen für unsere Niederlassung in Traunstein erreicht uns trotz eines breit gestreuten Angebots immer noch über Portale wie chiemgaujobs.de oder rosenheimjobs.de. Es sieht so aus, als würden sich Interessierte viel stärker auf die bereits bekannte Oberfläche der Job-Portale verlassen, als sich direkt bei Unternehmen zu bewerben. Dies trifft vor allem bei Sammelbewerbungen zu, da hier aus einer Plattform heraus mehrere Bewerbungen verschickt werden können.

Wie werden die Auswirkungen auf den Bewerbungsprozess sein?

Die Ergebnisse der Google Job-Suche verweisen direkt auf eine Quelle, von der die Informationen gezogen wurden. Diese Quelle ist entweder ein Job-Portal oder eine Unternehmensseite. Vor allem zu Beginn wird sich also am reinen Bewerbungsprozess wenig ändern, außer dass durch die Ergebnisse nun ein weiterer, sehr prominenter Touchpoint im Bewerbungsprozess dazugekommen ist. Ähnliches wurde auch schon bei Facebook mit den Facebook Jobs probiert. Hier geht man sogar noch einen Schritt weiter, die Bewerber können eine erste kurze Bewerbung sogar direkt über Facebook abgeben. Erfahrungsgemäß wird dieser Service jedoch vor allem in Deutschland noch eher zögerlich behandelt. 

So darf man dann auch davon ausgehen, dass die Ergebnisse der Job-Suche den allgemeinem Bewerbungsprozess ein wenig transparenter gestalten und die eingehenden Bewerbungen noch individueller ausfallen. Eine massive Änderung ist jedoch vor allem zu Beginn nicht wirklich vorstellbar.

Fazit

Die Google Job-Suche ist eine logische und notwendige Entwicklung aus Sicht von Google. Unternehmen können davon aber gleich doppelt profitieren.

Langfristig ist die Job-Suche vor allem ein SEO-Tool, das Unternehmenswebsites dazu zwingt, den Fokus noch stärker auf die Optimierung der eigenen Seite zu legen. Vor allem im vom Fachkräftemangel geplagten Deutschland ist das eine sehr interessante Strategie. Eine bessere Pflege der Unternehmenswebsite führt nicht nur zu einer besseren Sichtbarkeit der eigenen Jobs und damit auch zu qualitativ hochwertigeren Bewerbungen, sondern zahlt auch auf die gesamte Sichtbarkeit der Website ein.

Wer also jetzt seine Job-Anzeigen schon fit für die Suche macht, leistet gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Sichtbarkeit der Website.

Einen noch technischeren Blick auf die Job-Suche gibt es hier.

Bevor unsere eigenen Jobs auch in der Google Job-Suche erscheinen, können sich interessierte neue Kollegen in unserer eigenen Job-Übersicht schon mal informieren.

Möchten Sie die Sichtbarkeit Ihrer Stellenanzeigen oder Ihrer Website steigern?

Unsere SEO-Experten beraten Sie gerne.

Agentur

Leistungen

Beratung, Konzeption, Design, Programmierung, Online-Marketing uvm. Finden Sie hier einen Überblick über unsere Leistungen.

Leistungen ansehen

Showcase

Showcases

Unsere Showcases und Projekte der letzten Jahre: kleine wie große, einfache wie komplexe Projekte. Hier gibt es eine Übersicht.

Showcase zeigen

Agentur

Jobs

Bock auf einen neuen Job? Wir freuen uns auf Bewerbungen! Folgende Stellen sind derzeit zu besetzen.

Aktuelle Jobs anzeigen