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Lehren aus der Facebook F8 Konferenz

Die Facebook F8 Entwicklerkonferenz in San José gewährt jedes Jahr einen spannenden Einblick in die Zukunft des Netzwerkes und des Internets allgemein. Diesmal stand alles im Zeichen des Datenskandals. Oder etwa nicht?

Bei der Facebook F8 Entwicklerkonferenz in San José treffen sich Social Media Experten aus allen Bereichen und Ländern, um zu erfahren, mit welchen Trends Facebook in die nächsten Monate und Jahre geht. Nicht selten entwickelt sich daraus eine gewisse Signalwirkung für andere Plattformen sowie ein Blick auf eine mögliche Zukunft des (sozialen) Internets.

Das zentrale Thema und gleichzeitig der medienwirksame Inhalt der Keynote von Facebook-Gründer Zuckerberg: die Datensicherheit. Facebook unternimmt einige Maßnahmen, um den Mitgliedern die Kontrolle über ihre eigenen Daten zu erleichtern. Gleichzeitig möchte Facebook aber auch mehr Zugriff auf die Daten – dazu später mehr.

Die erste große Ankündigung der Konferenz hat deshalb einen direkten Bezug zum Datenschutz: Die Clear History.

Facebook Clear History

Nach Implementierung dieses Features soll der Nutzer nicht nur exakt sehen, welche persönlichen Informationen von welcher Website an Facebook übermittelt werden. Es ist zudem auch möglich, diese Daten zu löschen und eine weitere Verbreitung der Daten zu verhindern. Facebook richtet somit in etwa das Äquivalent zum privaten Surfen oder Inkognito-Surfen. Für private Nutzer ist diese Funktion natürlich extrem hilfreich, Unternehmen müssen sich hier, wie schon bei der Offenlegung der eigenen Facebook Ads, auf die neuen Gegebenheiten anpassen. Theoretisch sollten nämlich Nutzer, die das Speichern der Daten verbieten, auch nicht mehr oder nur noch sehr schwer durch Anzeigen erreicht werden können. Man darf gespannt sein, ob Facebook hier noch eine marketingfreundliche Lösung findet.

Fast zeitgleich wurde verkündet, dass man nun auch seine eigenen Instagram-Daten herunterladen kann und somit auch hier mehr Kontrolle erhält.

Facebook goes Dating

Die zweite Ankündigung, die vor allem die Medien beschäftigt hat: Facebook wird eine eigene Dating-Funktion einbauen und somit direkt bestehende Dating-Apps wie Tinder angreifen. Die Dating-Aktivitäten werden dabei nur für anderen Nutzer der Funktion sichtbar sein, Freunde bekommen davon im regulären Feed nichts mit. Angeblich werden auch direkte Freunde nicht als potentielle Dating-Partner vorgeschlagen. Nachdem Facebook also die Datenkontrolle für die Nutzer erhöhen will, wird hier eine Funktion vorgeschlagen, die noch mehr Zugriffe auf Daten ermöglicht. Man darf gespannt sein, wie Facebook dieses potentielle Fettnäpfchen umgeht.

Teilen innerhalb der Storys

Storys auf Facebook, Instagram und WhatsApp sind zentrale Elemente, um Interaktionen zu fördern und Aufmerksamkeit zu erregen. Bald wird es möglich sein, Inhalte fremder Apps direkt in den Stories von Facebook und Instagram zu posten, wodurch die beiden Kanäle natürlich noch wichtiger werden.

AR im Facebook Messenger

Der Messenger ist durch die Bot-Integration bereits ein elementares Kommunikationswerkzeug von Unternehmen. Richtig programmiert, kann er Nutzern extreme Vorteile bieten, ohne Ressourcen beim Unternehmen zu binden. Nun wird diese Funktion sogar um Augmented Reality Inhalte erweitert. Produktmodelle können jetzt per Messenger an User gesendet werden, von diesen intensiv betrachtet und sogar mit Freunden geteilt werden. Natürlich kann das Produkt dann noch eigens konfiguriert und direkt bestellt werden. Wofür vor ein paar Jahren noch ein spezieller Editor auf der eigenen Website nötig war, kann bald direkt im Messenger erledigt werden.

Doch nicht nur der Messenger bekommt die AR-Integration, auch in Instagram lassen sich zukünftig entsprechende AR-Filter integrieren.

Neben diesen 4 größeren Ankündigungen, die vor allem für Unternehmen und Nutzer extrem wichtig sind, gab es noch eine Vielzahl kleinerer Umsetzungen, die sich alle auf das Gesamterlebnis der Facebook-Familie aus Facebook, Messenger, Instagram und WhatsApp auswirken:

  • Kommentarvoting auf Facebook wird ermöglicht, dadurch entsteht ein Kommentarranking
  • Neue „Crisis Response“ – Features bei Notfällen, Anschlägen etc.
  • Blutspenden auf Facebook, eine Möglichkeit für Nutzer in Indien, Bangladesch und Pakistan, sich als potentielle Blutspender registrieren zu lassen und dadurch Bereitschaft zu zeigen.
  • Watch Party für Gruppen, ein gemeinsamer Livestream inkl. interaktiver Features
  • Gruppen werden in der App als Hauptmenüpunkt erwähnt und erhalten dadurch gesteigerte Aufmerksamkeit
  • Facebook App Review wird wieder eingeführt
  • Die Developer-Seite erhält ein Update
  • Instagram erhält einen Video-Chat
  • Der Instagram Explore-Bereich wird ausgeweitet
  • WhatsApp erhält einen Videochat in Gruppen
  • Localized Sticker werden eingeführt
  • WhatsApp öffnet sich bald auch für große Unternehmen
  • Die neue Oculus-Go Virtual Reality Brille ist ab sofort verfügbar

Fazit

Die F8 wurde als Facebooks Kampf für eine bessere Datensicherheit ihrer User aufgebaut, womit man aus PR-Sicht wohl optimal auf die Krisen der letzten Wochen und Monate reagiert hat. Nachdem dieser Bereich medienwirksam abgehandelt wurde, kamen die eigentlichen Neuerungen, die vor allem eines zeigen: Facebook versucht mit den 4 Säulen aus Facebook App, Messenger, WhatsApp und Instagram noch stärker in das tägliche Leben einzugreifen. Egal wo sich die Nutzer aufhalten, Facebook möchte, dass jeder Smartphone-User mindestens eine der vier Kanäle nutzt. Deshalb werden diese Kanäle auch nach und nach mit neuen Features aufgemotzt – erstaunlicherweise ist die App selbst hier fast am konservativsten, denn neben der neuen Dating-Funktion entwickeln sich die Gruppen zum wichtigsten Feature.

Wie diese ganzen Ideen im Detail eingebaut werden und ob Facebook den Skandal bezüglich Datenschutz überwinden und davon sogar profitieren kann, wird die Zeit zeigen.

Quellen:

https://newsroom.fb.com/news/2018/05/f8-2018-day-1/

https://allfacebook.de/news/facebook-f8-2018-ueberblick

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